Termine + Events


Mittwoch, 10. August 2022
Clubreise nach Langsund/Nordnorwegen

Montag, 12. September 2022
Club-Reise nach Cork/Südwest-Irland

Impressionen

Norwegen hatte erst am 5. Juli 2021 wesentliche Einschränkungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus (COVID-19) zurückgenommen. Somit war es doch noch möglich, die diesjährige Reise vom 7. Juli bis zum 14. Juli 2021 nach Mikkelvik Brygge durchzuführen. Die Ferienanlage liegt im Seegebiet rund um die Insel Ringvassøya, zirka 90 Kilometer nördlich von Tromsø. Geschützt durch grosse vorgelagerte Inseln und direkt vor der Haustüre befindet sich der Zugang zu einem der attraktivsten Angelreviere von Nord-Norwegen.

Walter Amstutz, Heinz Keller, Olaf Krahmer und Andy Gasser beabsichtigten, dank der Mitternachtssonne, 24 Stunden am Tag ungehindert zu angeln. Anfänglich schränkten die stürmischen Wetterverhältnisse, die zu hohem Wellengang führten, unseren Aktionsradius merklich ein. Deshalb war nur Angeln in windabgewandten Fjorden möglich. Erst am zweiten Tag war eine erste Ausfahrt mit unserem 24 Fuss langen Kaasbøll Aluminiumboot möglich. Es brachte uns dank eines 150 PS Aussenbordmotors schnell zu den vermeintlichen Hotspots. Grossdorsch und Heilbutt, der König des Nordmeeres, waren unsere Zielfische.

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Kaum hatten wir unsere Köder in die Tiefe gleiten lassen, zupfte es bereits an der Rute von Heinz. Er kurbelte sogleich einen stattlichen Lump, einen Fisch aus der Familie der Quappe, an die Oberfläche. Kurz darauf überlistete Heinz mit einem Plattfisch-Kunstköder einen Heilbutt, der 95 cm lang und zirka 10 kg schwer war. Es war ein Auftakt nach Mass. Danach fingen wir, wie auch an den nächsten Tagen, trotz unermüdlichem Einsatz nur noch wenige mittelmässige Dorsche. Wegen der späten Schneeschmelze war noch viel Süsswasser in den Fjorden vorhanden. Entsprechend war der  Salzgehalt des Wassers niedrig, und es waren kaum Futterfische anzutreffen. Ein Versuch, am Montag bei Windstärke 7 (steifer Wind, Beaufort Skala) ins offene Meer zu gelangen, musste schnell abgebrochen werden. Es war wie verhext. Die gute Stimmung drohte zu kippen. Es schien, als würden nur die exzellenten Kochkünste von Walter und Heinz, das komfortable Ferienhaus und das stürmische Wetter als Höhepunkte dieser Angelreise in Erinnerung zu bleiben.

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Am 13. Juli 2021 unternahmen wir um 00.15 Uhr unsere letzte Ausfahrt. Weil es windstill war, gelangte unser Boot dank Vollgas in rund einer Stunde ins offene Meer. Die Bodenbeschaffenheit sowie die Struktur des Meeresgrundes (gleichmässig eben, steil abfallend oder gemächlich ansteigend) zeichnen Hotspots aus. An solchen Stellen trafen wir unsere Zielfische doch noch an. Jedermann fing zahlreiche stattliche Dorsche in Tiefen zwischen 20 und 80 Metern. Gegen 03.00 Uhr montierte Andy einen rosafarbenen 460 Gramm schweren Coalfish (Savage Gear Cutbait Herring), um auf einer Tiefe von über 60 Metern weiter in Grundnähe zu angeln. Plötzlich schien der Gummifisch festzuhängen. Schon bald wurde aber klar, dass ein grosser Heilbutt an der Angel hin, der unentwegt Schnur von der Multirolle abzog. Nur mit grösstem Krafteinsatz gelang es Andy, jeweils ein paar Meter Schnur aufzuwickeln, die aufgrund der Fluchten des kapitalen Fisches schon bald wieder abgewickelt und heftig in die Tiefe gezogen wurde. Die Bremse arbeitete auf Hochtouren und durfte dennoch nicht zu hart eingestellt sein. Die 30lbs Rute hielt dem Druck stand. Die Tragkraft des monofilen Angelvorfaches (0.70 mm) und der geflochtenen Hauptschnur bereiteten hingegen Grund zur Sorge. Weil der Heilbutt in der Tiefe 360 Grad ums Boot herumschwamm, musste der Motor hochgeklappt und alle anderen Angelschnüre eingezogen werden. Nach einem einstündigen und kräfteraubenden Drill gelang es Andy, dank sachkundiger und tatkräftiger Unterstützung von Olaf und Walter, einen Heilbutt (155 cm lang und 38,6 Kilogramm schwer) sicher zu landen.

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Danach war wieder «gemütliches» Angeln auf Dorsch angesagt, und die Kisten füllten sich kontinuierlich. Heinz jiggte wie gewohnt mit seinem kleinen, leuchtend hellgrünen und leicht gebleiten Oktopus. Plötzlich bog sich seine Angelrute unter dem kräftigen Zug eines kapitalen Fisches sehr stark. Schon bald wurde klar, dass es sich erneut um einen Heilbutt handelte. Nach 15minütiger Schwerarbeit gelang es Heinz, den Heilbutt erstmals zu sehen. Kaum in der Nähe des Bootes angekommen, flüchte der König des Nordmeeres erneut in die Tiefe und zog viel Schnur ab.

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Nach zirka 25 Minuten gelang es Heinz ebenfalls, dank eines weiteren Grosseinsatzes von Olaf und Walter, einen riesigen Heilbutt (154 cm lang und 37,6 Kilogramm schwer) an Bord zu bestaunen. Nach dem Fang weiterer Dorsche traten wir um 06.00 Uhr zufrieden die Heimfahrt an. Nach unserer Ankunft filetierten und vakuumierten wir während rund 2 ½ Stunden die gefangenen Fische, die anschliessend im Kühlhaus eingefroren wurden. Am Abreisetag konnte jeder 18 Kilogramm filetierten Fisch mit nach Hause nehmen. Somit fand unsere diesjährige Angelreise doch noch ein versöhnliches Ende.

Andy Gasser

Weitere Fotos sind für Mitglieder im Fotoalbum (interner Bereich) aufgeschaltet. 

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